Ursula Hesse von den Steinen
Die Kölner Mezzosopranistin Ursula Hesse von den Steinen beeindruckt durch ihre eindringlichen Interpretationen dramatischer Frauenfiguren des deutschen und italienischen Fachs und verbindet klare vokale Präsenz mit großer darstellerischer Intensität und einer ausgeprägten stilistischen Vielseitigkeit. Ihre Karriere führte über die Semperoper Dresden, wo sie sich unter Dirigenten wie Antonio Pappano, Semyon Bychkov, Riccardo Chailly, Giuseppe Sinopoli, Pinchas Steinberg und Michael Boder ein außergewöhnlich breit gefächertes Repertoire erarbeitete. Zu den prägenden Stationen ihrer Opernkarriere zählen Engagements an zahlreichen bedeutenden Opernhäusern Europas, darunter in Amsterdam, München, Berlin, Wien, Brüssel, Barcelona, Toulouse, Glyndebourne und Paris.
In der Saison 26/27 übernimmt Ursula Hesse von den Steinen die Rolle der Annina (Der Rosenkavalier) unter der musikalischen Leitung von Vladimir Jurowski an der Bayerischen Staatsoper.
Nach ihrem vielbeachteten Debüt als Fricka (Das Rheingold) in Karlsruhe entwickelte sich die Partie zu einer ihrer prägenden Wagnerrollen, mit Engagements am Teatro di San Carlo in Neapel, an der Lettischen Nationaloper Riga in der Regie von Stefan Herheim, am Aalto-Theater Essen in der Regie von Dietrich Hilsdor, am Staatstheater Nürnberg und am Theater Dortmund. Weitere zentrale Partien ihres Wagner-Repertoires sind Venus (Tannhäuser), Adriano (Rienzi) und Ortrud (Lohengrin). Im dramatischen Charakterfach führten sie Engagements als Herodias (Salome) nach Klagenfurt, Hannover und an das Staatstheater Braunschweig, als Klytämnestra (Elektra) an das Theater Basel und in einer Neuproduktion am Theater Erfurt sowie als Margret (Wozzeck) an De Nationale Opera Amsterdam. An der Komischen Oper Berlin war sie als Fremde Fürstin (Rusalka), Mother Goose (The Rake’s Progress), Pelagea Grigorjewna Podtochina (Die Nase) sowie als Königin in der Uraufführung von Jaromír Weinbergers Schwanda der Dudelsackspieler zu erleben. Weitere Engagements führten sie als Irene (Theodora) zur Potsdamer Winteroper, als Matilde (Lotario) nach Bern und zu den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen sowie als Annina (Der Rosenkavalier), La suora zelatrice (Suor Angelica) und Schwester Claire (Die Teufel von Loudun) an die Bayerische Staatsoper. In Bari debütierte sie als Leokadja Begbick (Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny). Zuletzt war sie als Nell (Fin de Partie) am Theater Basel zu erleben.
Im Konzertbereich arbeitete sie mit renommierten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem London Symphony Orchestra, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Orchestre National de France, Concerto Köln und dem Ensemble Intercontemporain unter Dirigenten wie Pierre Boulez, Riccardo Chailly, Michael Gielen, Eliahu Inbal und Vladimir Jurowski zusammen. Zu ihren herausragenden Konzertprojekten zählen Detlev Glanerts Requiem for Hieronymus Bosch mit dem Orchester des Concertgebouworkest Amsterdam und den Hamburger Symphonikern in der Elbphilharmonie unter Markus Stenz sowie Waltraute (Die Walküre) in einer konzertanten Aufführung mit dem London Philharmonic Orchestra in der Royal Festival Hall London unter Vladimir Jurowski.
Zu ihren bedeutenden CD-Einspielungen zählen Lieder von Aribert Reimann, Wolfgang Rihm, Anton Webern und Jörg Widmann sowie die mit dem ECHO ausgezeichnete Aufnahme von Hindemiths Das lange Weihnachtsmahl unter Marek Janowski. Eine weitere CD-Einspielung von Glanerts Requiem for Hieronymus Bosch ergänzt ihre Diskographie.
Während ihres Studiums an der Universität der Künste Berlin war sie Stipendiatin und absolvierte Meisterkurse bei Brigitte Fassbaender, Christa Ludwig und Aribert Reimann.