Nadja Loschky
Die Regisseurin Nadja Loschky zeichnet sich durch psychologisch präzise und bildstarke Opern- und Musiktheaterinszenierungen aus. Ihre künstlerische Arbeit verbindet eine intensive Figurenzeichnung mit der präzisen Verbindung von musikalischer Struktur und szenischer Sprache. Ihr weit gefächertes Repertoire reicht vom Barock bis zur Moderne und umfasst Werke von Händel, Mozart, Verdi, Puccini sowie Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts. Regelmäßige Engagements führen sie an bedeutende Opernhäuser und Theater im deutschsprachigen Raum, darunter die Komische Oper Berlin, die Oper Frankfurt, die Semperoper Dresden, die Oper Köln, die Oper Graz, das Opernhaus Zürich und das Theater Bielefeld.
In der Saison 2026/27 übernimmt Nadja Loschky die Neuinszenierung von Händels Rinaldo am Theater an der Wien und setzt damit ihre kontinuierliche Arbeit im Bereich des barocken Musiktheaters fort.
Zu den Höhepunkten ihrer bisherigen Regietätigkeit gehören Carmen an der Semperoper Dresden, Zingarellis Giulietta e Romeo am Barocktheater Schwetzingen, L’incoronazione di Poppea, Rihms Jakob Lenz, Offenbachs Orpheus in der Unterwelt sowie La Traviata am Theater Bielefeld, wo sie schließlich 2018 zur Hausregisseurin ernannt wurde. Seit 2019/20 prägt sie das Haus zunächst als Leiterin des Musiktheaters und anschließend als Intendantin. Für ihre Inszenierung von Puccinis Madama Butterfly am Theater Bielefeld wurde sie 2015 mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet; ihre Produktion von Benjamin Brittens Death in Venice erhielt im selben Jahr eine Nominierung der Fachzeitschrift „Opernwelt“ in der Kategorie „Beste Regie“.
Weitere Arbeiten entstanden am Staatstheater Kassel (A Midsummer Night’s Dream), an der Komischen Oper Berlin (Hamlet von Thomas Adès), an der Oper Graz (Ariane et Barbe-Bleue, Die Passagierin), an der Oper Köln (Rusalka, Die Vögel) und an der Oper Frankfurt (Giulio Cesare, Lulu). Am Opernhaus Zürich realisierte sie Christian Josts Uraufführung Rote Laterne sowie Frank Schwemmers Familienoper Die Schatzinsel. Darüber hinaus führten sie Engagements an das Theater Heidelberg (Die Entführung aus dem Serail), das Luzerner Theater (Händels Alcina, Bellini Norma), das Theater Aachen (Simon Boccanegra) und das Oldenburgische Staatstheater (La dame blanche, Verdis Macbeth).
Nadja Loschky studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Während ihres Studiums assistierte sie Hans Neuenfels und arbeitete als freie Regisseurin an den Städtischen Bühnen Osnabrück, wo erste eigene Inszenierungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater entstanden. Ihre Interpretation von Frieds Monooper Das Tagebuch der Anne Frank wurde 2006 zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Nach ihrer praktischen Diplomprüfung 2009 folgten Regiearbeiten von La Traviata und Il barbiere di Siviglia an den Städtischen Bühnen Osnabrück sowie Faust von Charles Gounod am Staatstheater Kassel. 2011 debütierte sie mit der Uraufführung der Familienoper Mikropolis von Christian Jost an der Komischen Oper Berlin.
Neben ihrer Regietätigkeit widmet sich Nadja Loschky der Nachwuchsförderung und ist projektbezogen als Dozentin an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin sowie an der Universität der Künste Berlin tätig.