Der australische Tenor Michael Smallwood zeichnet sich durch sein ausdrucksstarkes, dunkel gefärbtes Timbre und seine Fähigkeit aus, musikalische Nuancen und dramatische Charaktere mit großer Präzision zu gestalten – von den Werken des Barock über Mozart und Strauss bis zur zeitgenössischen Oper. Regelmäßige Engagements führten ihn an bedeutende Opernhäuser und Festivals wie das Teatro alla Scala di Milano, die Opéra national de Paris, die Opéra de Lyon, das Gran Teatre del Liceu Barcelona, das Teatro Real Madrid, das Theater an der Wien, die Komische Oper Berlin, die Oper Leipzig, De Nationale Opera Amsterdam, die Opera Ballet Vlaanderen, die Santa Fe Opera sowie zum Festival d’Aix-en-Provence, Glyndebourne, den Händel-Festspielen in Halle und Karlsruhe, dem Lincoln Center Festival und der Ruhrtriennale.
In der Saison 2026/27 übernimmt Michael Smallwood die Partien Der Haushofmeister der Marschallin und Ein Wirt (Der Rosenkavalier) unter der musikalischen Leitung von Andrés Orozco-Estrada an der Oper Köln. Zudem wird er als 2. Jude (Salome) am Teatro Regio di Torino unter der musikalischen Leitung von Axel Kober zu erleben sein.
Ferner ist er ein gern gesehener Gast an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, an der er Rollen wie Mercure (Rameaus Hippolyte et Aricie), Monostatos (Die Zauberflöte), Goro (Madama Butterfly), Spoletta (Tosca), 1. Gralsritter (Parsifal) und 2. Jude (Salome) übernahm, letztere auch an der Deutschen Oper Berlin. Weitere Engagements führten ihn als Spoletta (Tosca) unter Daniele Callegari an die Semperoper Dresden sowie an die Opéra de Lyon unter Daniele Rustioni. Zudem war er an der Nederlandse Reisopera als Knusperhexe (Hänsel und Gretel), am Sydney Opera House sowie am Aalto-Theater Essen als Tamino (Die Zauberflöte) zu erleben und mit Kurt Weills Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Die sieben Todsünden und Happy End am Teatro alla Scala in Mailand zu hören. Jüngste Engagements waren die Tenorpartie in Carmina Burana in Göteborg sowie Jack Twist in der Neuproduktion von Charles Wuorinens Oper Brokeback Mountain am Theater Erfurt.
Konzertengagements umfassen Richard Strauss’ Salome mit dem WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Cristian Măcelaru, sowohl in der Kölner Philharmonie als auch beim Gastspiel des Orchesters beim Enescu-Festival in Bukarest, das für den WDR aufgezeichnet wurde. Er arbeitete mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Philippe Jordan, Sir Simon Rattle, Marek Janowski, René Jacobs, Vladimir Jurowski, Ingo Metzmacher, Ulf Schirmer, Stefan Soltesz, Karl-Heinz Steffens, Michael Boder und Tomáš Netopil zusammen. Besonders im Barockrepertoire verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit mit Dirigenten wie William Christie, Alessandro De Marchi, Jane Glover, Thomas Hengelbrock, Andreas Spering und Konrad Junghänel.
Zu seinen bedeutenden Einspielungen zählen Benjamin Brittens A Midsummer Night’s Dream mit dem London Philharmonic Orchestra unter Semyon Bychkov im Rahmen des Glyndebourne Festival sowie Richard Wagners Die Meistersinger von Nürnberg unter Marek Janowski mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und dem Rundfunkchor Berlin (PentaTone Classics).
Seine Gesangsausbildung begann Michael Smallwood parallel zu einem Jurastudium an der University of Melbourne. Es folgten Studien am Victorian College of the Arts, an der Australian National Academy of Music sowie an der Juilliard School in New York. Seine professionelle Laufbahn führte ihn zunächst als Mitglied des Opernstudios und anschließend des Ensembles an die Hamburgische Staatsoper. Von 2013 bis 2016 gehörte er dem Ensemble des Aalto-Theaters Essen an, wo er insbesondere sein Repertoire in den Werken von Mozart, Händel und Richard Strauss entscheidend weiterentwickelte.