Jörg Halubek
Jörg Halubek ist Dirigent, Cembalist und Organist und zählt zu den profilierten Interpreten der historischen Aufführungspraxis. Seine künstlerische Arbeit verbindet eine tiefgehende Beschäftigung mit Quellen und Originalklang mit einer unmittelbar wirkenden, dramaturgisch präzisen Musiksprache. Prägend für sein Profil ist insbesondere seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Nationaltheater Mannheim, wo er einen bedeutenden Monteverdi-Zyklus musikalisch gestaltet. Als Professor für Historische Tasteninstrumente an der Musikhochschule Stuttgart, Gründer und Künstlerischer Leiter von il Gusto Barocco sowie Künstlerischer Leiter der Internationalen Händel-Akademie Karlsruhe verbindet er künstlerische Praxis, Forschung und Vermittlung.
In der Spielzeit 2026/27 setzt Jörg Halubek seine wichtigen künstlerischen Partnerschaften fort. Am Nationaltheater Mannheim kehrt er mit Grétrys Zemira e Azor im Rahmen der Schwetzinger Festspiele zurück. Bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik dirigiert er gemeinsam mit il Gusto Barocco Jacopo Peris La Dafne und gestaltet weitere Festivalprojekte. Am Luzerner Theater übernimmt er die musikalische Leitung von Joseph Martin Kraus’ Proserpina. Mit seinem Ensemble il Gusto Barocco setzt er zudem in Stuttgart ein Barockopern-Projekt mit Agostino Steffanis Henrico Leone fort.
In der Spielzeit 2025/26 stand die Fortsetzung seiner langjährigen Beschäftigung mit Claudio Monteverdis Musiktheater im Mittelpunkt. Mit L’Orfeo bei den Schwetzinger SWR Festspielen führte Jörg Halubek gemeinsam mit il Gusto Barocco den bedeutenden Monteverdi-Zyklus am Nationaltheater Mannheim fort, der mit Il ritorno d’Ulisse in patria begonnen hatte und über L’incoronazione di Poppea sowie weitere Projekte weiterentwickelt wurde. Am Theater Basel dirigierte er Mozarts Die Zauberflöte in der Inszenierung von Simon McBurney. Am Luzerner Theater knüpfte er mit einem Doppelabend aus Luigi Dallapiccolas Il prigioniero und Jan Dismas Zelenkas Requiem an seine bisherige Zusammenarbeit an. Bei den Schwetzinger SWR Festspielen präsentierte er außerdem Johann Christian Bachs szenische Kantate Amor vincitore.
2008 gründete Jörg Halubek das Stuttgarter Barockorchester il Gusto Barocco, mit dem er seit 2020 eine eigene Barockreihe in Stuttgart gestaltet. Gemeinsam widmen sie sich der Wiederentdeckung und Aufführung selten gespielter Opern und Werke. Zu den Einspielungen zählen Cleofida, Königin von Indien in Georg Philipp Telemanns Bearbeitung von Händels Poro, Monteverdis Marienvesper, Johann David Heinichens Flavio Crispo, Giuseppe Antonio Brescianellos Tisbe, die Weltersteinspielung von Johann Sigismund Kussers Adonis, eine instrumentierte Fassung von Bachs Kunst der Fuge sowie Antonio Bembos L’Ercole amante. Adonis wurde nach seiner Veröffentlichung Anfang 2024 im November desselben Jahres im Rokokotheater Schwetzingen erstmals szenisch aufgeführt.
Als Operndirigent gastierte Jörg Halubek an renommierten Häusern und Festivals wie der Komischen Oper Berlin, dem Staatstheater Kassel, den Händel-Festspielen Halle und den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Zu seinen künstlerischen Partnern zählen Regisseure wie Harry Kupfer, Calixto Bieito, Lorenzo Fioroni, Markus Bothe, Stephan Müller und Jochen Biganzoli.
Auch als Cembalist und Organist genießt Jörg Halubek internationale Anerkennung. Seit seinem Gewinn des Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs Leipzig im Jahr 2004 ist er als Solist im In- und Ausland tätig. Mit seinem multimedialen Projekt Bach Organ Landscapes widmet er sich seit 2019 der Gesamteinspielung von Bachs Orgelwerk an historischen Instrumenten und Originalschauplätzen.
Jörg Halubek studierte Kirchenmusik, Orgel und Cembalo in Stuttgart und Freiburg und vertiefte seine Kenntnisse der historischen Aufführungspraxis an der Schola Cantorum Basiliensis bei Jesper Christensen und Andrea Marcon.