Doris Soffel ist eine der prägenden Künstlerpersönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte, mit andauernder Präsenz auf den internationalen Bühnen. Ihr künstlerisches Profil ist geprägt von den großen dramatischen Partien des Wagner- und Strauss-Fachs sowie zentralen Rollen des italienischen und französischen Repertoires. Nach ihrem triumphalen internationalen Durchbruch 1983 als Sesto (La clemenza di Tito) am Royal Opera House Covent Garden führte ihre glanzvolle Laufbahn an alle bedeutenden Opern- und Konzerthäuser weltweit. Regelmäßige Engagements führten sie an die bedeutendsten Opernhäuser und Festivals der Welt, darunter die Wiener Staatsoper, Bayerische Staatsoper, Deutsche Oper Berlin, Semperoper Dresden, Teatro alla Scala, Metropolitan Opera, Opéra national de Paris, Staatsoper Hamburg, Nationale Opera Amsterdam sowie die Bayreuther und Salzburger Festspiele. Dabei arbeitete sie regelmäßig mit Dirigenten wie Georg Solti, Daniel Barenboim, Simon Rattle, Christian Thielemann und Fabio Luisi zusammen. Sie ist Trägerin des Königlichen Schwedischen Nordsternordens sowie des Bundesverdienstordens.
In der Saison 2026/27 kehrt sie als Gräfin (Pique Dame) an die Deutsche Oper Berlin zurück und wird als Kabanicha (Káťa Kabanová) an der Opéra national de Paris sowie als La Zia Principessa in Suor Angelica (Il trittico) an der Oper Leipzig zu erleben sein.
Zu ihren Signature-Rollen zählen Fricka (Das Rheingold, Die Walküre), Kundry (Parsifal), Ortrud (Lohengrin), Amme (Die Frau ohne Schatten), Herodias (Salome) und insbesondere Klytämnestra (Elektra), die sie an führenden internationalen Opernhäusern in Los Angeles, Amsterdam, Berlin, Dresden, München, Paris, Madrid, Zürich, Washington, Stuttgart und Brüssel sowie bei den Salzburger Festspielen verkörperte.
In den vergangenen Spielzeiten war Doris Soffel unter anderem als Klytämnestra (Elektra) an der Semperoper Dresden, der Wiener Staatsoper und der Deutschen Oper Berlin zu erleben. An der Deutschen Oper Berlin sang sie außerdem Herodias (Salome), Madame Louise (Ocean), Adelaide (Arabella), Agnese / La stregha (La fiamma), Gräfin (Pique Dame) und Madelon (Andrea Chénier). Weitere wichtige Partien der jüngeren Vergangenheit waren Madame de Croissy (Dialogues des Carmélites), Respectable Lady (Die Nase) an der Bayerischen Staatsoper sowie die Hexe (Die Königskinder) an De Nationale Opera Amsterdam.
Ihr künstlerisches Schaffen ist durch zahlreiche Fernseh- und Rundfunkproduktionen sowie CD- und DVD-Einspielungen dokumentiert.
Doris Soffel studierte Gesang an der Hochschule für Musik und Theater München bei Marianne Schech. Ihr Debüt gab sie bei den Bayreuther Jugendfestspielen als Isabella (Das Liebesverbot). Anschließend wurde sie von Wolfgang Windgassen an die Stuttgarter Oper engagiert, wo sie sich ein umfangreiches Repertoire mit Partien wie der Titelpartie Carmen, Angelina (La Cenerentola), Dorabella (Così fan tutte) und Octavian (Der Rosenkavalier) aufbauen konnte. Doris Soffel wurde die einzige deutsche Mezzosopranistin mit internationaler Karriere im Belcanto-Koloraturfach. Geprägt wurde ihre künstlerische Laufbahn durch die Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Günther Rennert, Jean-Pierre Ponnelle, Götz Friedrich und Harry Kupfer; später arbeitete sie unter anderem mit Peter Konwitschny, Christof Loy, Robert Carsen, Stefan Herheim, Robert Wilson und Dmitri Tcherniakov zusammen. Sie sang unter der Leitung von Dirigenten wie Sergiu Celibidache, Herbert von Karajan, Carlo Maria Giulini, Wolfgang Sawallisch, Giuseppe Sinopoli, Lorin Maazel, Zubin Mehta und Kurt Masur.