Álfheiður Erla Guðmundsdóttir
Álfheiður Erla Guðmundsdóttir, Sopranistin und multidisziplinäre Künstlerin aus Island, ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe. Sie vertrat Island beim BBC Cardiff Singer of the World und wurde bei den Icelandic Music Awards als Sängerin des Jahres ausgezeichnet. Für die Konzertsaison 2025/26 wurde sie von der European Concert Hall Organisation (ECHO) als Rising Star ausgewählt. Mit ihrem innovativen künstlerischen Ansatz, ihrer außergewöhnlichen Vielseitigkeit und ihrer Offenheit für neue Ausdrucksformen hat sie sich als gefragte Interpretin etabliert. Gemeinsam mit dem Pianisten Víkingur Ólafsson veröffentlichte sie bei Deutsche Grammophon das Rework Notturno. Ebenfalls bei Deutsche Grammophon erschien, in enger Zusammenarbeit mit dem isländischen Komponisten Viktor Orri Árnason, Poems. Der Liedzyklus verbindet zeitgenössische Komposition, isländische Dichtung und visuelle Elemente zu einem Gesamtkunstwerk und markiert zugleich Álfheiður Erlas Debüt als Komponistin.
Zu den Höhepunkten der Saison 2026/27 zählen zwei Uraufführungen am Theater Basel, wo sie als Gast in der Konzertperformance If I Do Not Return zu erleben ist. Gemeinsam mit der Pianistin und Komponistin Hania Rani und der Mezzosopranistin Emily D’Angelo entwickelt Álfheiður Erla Guðmundsdóttir eine mystische, installative Konzertperformance in der Elisabethenkirche, die auf Texten aus den Renaissance-Liedern John Dowlands basiert. Zudem wirkt sie in der Uraufführung der Oper Herakles Mad von Bryce Dessner am Theater Basel mit, in der sie die Rollen Iris/Lyssa übernimmt; die Regie führt Ragnar Kjartansson. Weitere Höhepunkte der Saison sind Weihnachtskonzerte mit dem Iceland Symphony Orchestra, Faurés Requiem mit den Göteborger Symphonikern unter der Leitung von Barbara Hannigan, sowie ihr Debüt als Nanetta (Falstaff) an der an der neu gegründeten Þjóðaróperan.
Im Rahmen der ECHO-Reihe Rising Stars der Saison 2025/26 präsentierte Álfheiður Erla Guðmundsdóttir gemeinsam mit dem Pianisten Kunal Lahiry drei eigenständige Programme, die unterschiedliche Facetten ihres künstlerischen Profils zeigten und mit dem sie in renommierten Konzerthäusern wie dem Concertgebouw Amsterdam, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Konzerthuset Stockholm, dem L’Auditori Barcelona, dem Konzerthaus Dortmund, dem BOZAR Brüssel, der Philharmonie de Paris, dem Gulbenkian in Lissabon, der Kölner Philharmonie sowie dem Wiener Konzerthaus zu erleben war. Darüber hinaus gab sie ihr von der Presse gefeiertes Debüt am Theater an der Wien in der Titelrolle von Alice (Alice in Wonderland) von Unsuk Chin unter der Regie von Elisabeth Stöppler und der musikalischen Leitung von Stephan Zilias. Ebenfalls in dieser Saison kehrte sie zum Iceland Symphony Orchestra zurück, wo sie in Gustav Mahlers 8. Sinfonie den Sopran 2 sang.
Seit ihrem Debüt 2020 als Engel (Saint François d’Assise) von Olivier Messiaen am Theater Basel ist Álfheiður Erla Guðmundsdóttir dem Haus eng verbunden und wurde anschließend festes Ensemblemitglied. Zu ihren Partien in Basel zählen unter anderem Gilda (Rigoletto), Drusilla (L’incoronazione di Poppea), Belinda und Second Witch (Dido and Aeneas) sowie die Mitwirkung in szenischen Produktionen von Bachs (Matthäus-Passion), Haydns (Die Schöpfung) und Mozarts (Requiem). Im neuen Ring-Zyklus des Theater Basel war sie als Waldvogel (Siegfried) zu erleben. Darüber hinaus sang sie in Philip Glass (Einstein on the Beach) sowie in Stephen Sondheims (Into the Woods). Gleichzeitig widmete sie sich intensiv der zeitgenössischen Musik und wirkte an Uraufführungen wie Bernhard Langs Der Hetzer und Anda Kryezius Opernadaption Persona mit.
Am Theater Basel arbeitete sie mit Regisseuren wie Benedikt von Peter, Susanne Kennedy, Romeo Castellucci, Christoph Marthaler, Vincent Huguet, dem Peeping Tom Collective, Franck Chartier, Martin G. Berger und Thomas Verstraeten sowie mit Dirigenten wie Alessandro de Marchi, Laurence Cummings, Ivor Bolton, Michele Spotti, Jonathan Nott und Jörg Halubek zusammen.
Ihr Gesangsstudium absolvierte sie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, wo sie bereits während ihrer Ausbildung ihr Debüt an der Staatsoper Unter den Linden Berlin in der Titelrolle von Wolfgang Mitterers Oper Schneewittchen gab. 2019 wurde sie für Renée Fleming’s SongStudio an der Carnegie Hall ausgewählt.